Dringender Appell an SPD

 

Die Führung des Güterverkehrs durch das Rheintal stellt ein ökonomisches, ökologisches und soziales Problem dar, welches zunächst kurzfristig gelindert und langfristig gelöst werden muss. Eine weitere kurzfristige Linderung ist unabdingbar. Der Beirat „Leiseres Mittelrheintal“ hat hier unter Beteiligung von Bürgerinitiativen bereits sehr gute Arbeit geleistet. Durch aktive und passive Schallschutzmaßnahmen (bspw. Schienenstegdämpfer, Schallschutzwände und Schienenschmieranlagen) konnte bereits eine Linderung für die durch Lärm belasteten Anwohner erreicht werden. Diese Schallschutzmaßnahmen müssen konsequent weiter verfolgt und umgesetzt werden. Darüber sind sich zum Glück alle Fraktionen im Kreistag einig.

„Als langfristige Lösung kann nur das Umfahren des Mittelrheintals gesehen werden“, so der Fraktionsvorsitzende André Stolz. Deshalb stellt die CDU-Kreistagsfraktion den Antrag, dass der Rheingau-Taunus-Kreis das Umfahren des Rheintals mittels eines Tunnelsystems dringend unterstützen sollte und somit die Befreiung der Lärmbelastung im Rheingau-Taunus-Kreis konsequent weiter verfolgt.

Zwar haben die Länder Rheinland-Pfalz und Hessen zum Bundesverkehrswegeplan 2015 den Bedarf einer alternativen Güterzugstrecke zur Entlastung des Mittelrheintals beim Bund angemeldet, allerdings verlaufen alle drei bisher geprüften Alternativmöglichkeiten oberirdisch (linksrheinische Umfahrung Köln-Eifeltor bis Bobenheim/ linksrheinischer Neubau von Köln-Eifeltor bis Langenlonsheim/ rechtsrheinische Neubaustrecke entlang der A3 von Troisdorf bis Mainz-Bischofsheim).

Insbesondere die rechtsrheinisch verlaufende Alternativstrecke entlang der A3, die im Änderungsantrag der SPD als die „vorzugswürdigste“ bezeichnet wird, würde mitten durch den Rheingau-Taunus Kreis führen und die bereits extrem stark durch Verkehrslärm (A3, ICE-Strecke, Regionalbahnstrecke, Abflugroute Tabum) betroffene Region im Rheingau-Taunus-Kreis insbesondere Niedernhausen/Idstein/Hünstetten noch stärker belasten.

„Das ist mehr als ein Alarmzeichen“ stellt Stolz fest,  „wir brauchen ein starkes gemeinsames Signal aller im Kreistag vertretenen Fraktionen, dass eine Alternativstrecke für das Mittelrheintal nicht zu einer „Verlärmung“ an einer anderen Stelle im Kreis führen darf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die SPD ernsthaft erwägt, den Güterverkehrslärm vom Rheintal ins Idsteiner Land zu schieben“. Genau das wird jedoch mit der von Seiten der SPD favorisierten Trasse geschehen. Das wäre ein glatter Verrat. „Insofern appellieren wir eindringlich an die SPD, ihren Antrag zur Machbarkeitsstudie der Güterverkehrsstrecke durch das Idsteiner Land zu überdenken und sich dem Petitum der CDU anzuschließen“, wendet sich der CDU-Fraktionsvorsitzende an die SPD.

Nur die Untertunnelung des Taunus und Westerwaldes (WTT) vermindert dauerhaft den Güterverkehrslärm, der künftig mit der Fertigstellung des Gotthard Basistunnels nochmals zunehmen wird. Somit muss im Rahmen der Prüfung einer verkehrlichen Neukonzeption für den Eisenbahnkorridor „Mittelrheinachse –Rhein-Main – Rhein-Neckar – Karlsruhe“ auch die ebenfalls zum Bundesverkehrswegeplan angemeldete unterirdische Variante in Betracht gezogen werden, welche ähnlich hohe Baukosten verursachen würde. Eine gleichberechtigte Untersuchung des Westerwald-Taunus-Tunnels im Rahmen der Alternativtrassenprüfung forderten jüngst auch der hessische Ministerpräsident Bouffier (CDU) und Verkehrsminister Al Wazir (Grüne).

Der Westerwald-Taunus-Tunnel würde nach jetzigem bautechnischen Stand rechtrheinisch verlaufen, und so den Bonner Raum mit der Region Wiesbaden/Mainz verbinden. Die im Raum Koblenz über die Mosel kommenden Ost/West-Verkehre können an diese Transitstrecke problemlos angeschlossen werden. 

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