Müller-Klepper und Stolz: „Kreis muss seiner Verantwortung für Standortsicherung und Schwimmenlernen gerecht werden“

Rheingau-Taunus. Der Rheingau-Taunus-Kreis soll die Kosten, die für das Schulschwimmen im Rheingau-Bad in Geisenheim, im Tournesolbad in Idstein und in den Freibädern entstehen, voll übernehmen und den Betreibern erstatten. Dies fordert die CDU-Kreistagsfraktion. „Konkret bedeutet dies, dass die Zuwendungen an die beiden Hallenbäder entsprechend der vorliegenden Kostenkalkulation aus Geisenheim (Referenzberechnung für Hallenbäder) und auf der Basis der aktuellen Schülerzahlen erhöht werden: um rund 69.000 Euro auf 99.000 Euro pro Jahr für das Rheingau-Bad und analog um rund 48.000 Euro auf 98.000 Euro für Idstein“, erklärte die sozialpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion Petra Müller-Klepper. „Im nächsten Schritt ist die Kostendeckung anhand einer Referenzberechnung auch für die Nutzung der Freibäder für Schulschwimmunterricht sicherzustellen“, fordert Fraktionschef Stolz weiter.

Der Kreis habe als Schulträger die Aufgabe, das Schulschwimmen sicherzustellen. Es gehe nicht an, dass er weiterhin nur einen Teil der Kosten erstatte und die Städte und Gemeinden, welche Schwimmbäder betreiben, die finanzielle Lücke schließen müssten. „Gerade angesichts der Sorgen um den Fortbestand der beiden Einrichtungen in Geisenheim und Idstein ist dies nicht länger zu verantworten“, so die Rheingauer Landtagsabgeordnete.

„Das Schulschwimmen ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die eine lebenswichtige Grundfähigkeit lehrt. Wir unterstützen als CDU-Fraktion, dass der Kreis hier seine Aufgabe wahrnimmt und die Standortsicherung, aber auch die Gleichbehandlung zwischen Hallen- und Freibädern im Blick behält“, betonte Fraktionsvorsitzender André Stolz, der einen Ergänzungsantrag zur Gleichbehandlung der Freibäder an Hand einer Referenzberechnung ankündigt.

Immer mehr Menschen könnten nicht richtig schwimmen. Bereits im Kindesalter werde dieser besorgniserregende Wandel deutlich. „Laut einer Forsa-Umfrage von 2017 können 60 Prozent der Kinder in Deutschland nach der Grundschule nicht richtig schwimmen“ erläuterte Petra Müller-Klepper. „Diese Entwicklung dürfen wir nicht einfach hinnehmen, sondern müssen gezielt gegensteuern und die Schwimmfähigkeit unserer Kinder verbessern.“

„Es sei zu begrüßen, dass die Hessische Landesregierung das neue Förderprogramm „SWIM“ mit 50 Millionen Euro aufgelegt habe, um Freibäder und Hallenbäder zu sanieren und zu modernisieren und damit den Schwimmsport auch in ländlichen Gebieten zu sichern. Das Rheingau-Bad, aber auch weitere Schwimmeinrichtungen im Kreisgebiet könnten auf diese Weise auf Vordermann gebracht werden“, so Petra Müller Klepper.

Auch der Rheingau-Taunus-Kreis müsse seiner Verantwortung nachkommen. Derzeit erfolge die Erfüllung der Pflichtaufgabe „Förderung des Schulschwimmens“ unterschiedlich und vor allem auch unvollständig. Für das Tournesolbad in Idstein bestehe seit Jahren ein Pauschalvertrag über 50.000 Euro. Beim Rheingau-Bad werde vom Kreis pro Schüler ein Betrag von 2,20 Euro erstattet. Die tatsächlichen Kosten beliefen sich jedoch auf 7,03 Euro. „Gerade für die Standortsicherung und damit verbunden für die Förderung des Schulschwimmens im Rheingau-Taunus-Kreis ist es unerlässlich, dass wir unseren Beitrag als Kreis hierzu leisten und auch die volle Kostendeckung auf Basis einer Referenzberechnung für Hallenbäder und einer Referenzberechnung für Freibäder für das Schulschwimmen sicherstellen“, resümiert André Stolz.

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